28.3.11

Ferienkalender mal anders

Im amerikanischen Schulsystem sind Ferien ein eigenes Thema für sich. Generell kann man davon ausgehen, dass Schüler hier zwischen August und Mai genau 4 Wochen Ferien haben. Das sind 1 Woche für Herbstferien, 2 Wochen über Weihnachten und Neujahr und eine Woche Frühjahrsferien (auch Springbreak genannt). Zu diesen Ferien kommen dann noch einige nationale Feiertage. Insgesamt muss ein Schuljahr in Hamilton County, TN 180 Schultage haben. Jedes Schuljahr beginnt in der zweiten Augustwoche und endet in der letzten Maiwoche. Die Frühjahrsferien liegen gewöhnlich zwischen dem dritten und vierten Quartal irgendwann im März. Aber das unterscheidet sich von Landkreis zu Landkreis oder Bundesstaat zu Bundesstaat. Und aus irgendeinem Grund haben die Frühjahrsferien für viele Schüler eine weitaus größere Bedeutung als die Herbst- oder Weihnachtsferien. Viele Schüler verreisen während dieser einen Woche in wärmere Gegenden des Landes. Andere wiederum unternehmen Tagesausflüge oder besuchen Verwandte und Bekannte. Oder wenn man kein Schüler mehr ist, widmet man sich den Dingen, die über den Winter angefallen sind und noch erledigt werden müssen - für viele Familien bedeutet das FRÜHJAHRSPUTZ. Die Verteilung der Ferien im deutschen Schulsystem ist meiner Ansicht nach ein wenig besser, da der Abstand zwischen den Ferien kürzer und gleichmäßiger verteilt ist. Somit hat man kurz vor den Ferien auch nicht unbedingt den Eindruck, dass sich alle völlig erschöpft und ausgebrannt zur Schule schleppen nur um noch bis zu den Ferien durchzuhalten.

Aber vielmehr würde mich interessieren, was denn der Rest der Schreiberlinge in ihrem ersten Springbreak gemacht haben????

23.3.11

College!!!

Man würde denken, dass das Studium in jedem Land gleich wäre und dass Uni gleich Uni ist. Ist es aber nicht. Die amerikanischen Colleges, so wie ihr System, sind im Vergleich zu den deutschen Universitäten sehr anders.
Hier ist College etwas worauf man sich in der Highschool freut, darauf hinarbeitet und der Entscheidung auf welches College zu gehen viel Zeit und Bedenken schenkt. Man bereist oft das Land in der Suche nach dem passendsten College. Zu der Entscheidung gehören Faktoren wie das akademisches Programm, Sportprogramme, Wohnumstände und die richtige soziale Umgebung, die alle stimmen müssen, damit die Eltern bereitwillig ihr Kind ausziehen lassen.
Akademisch kenne ich mich nicht sehr aus und zu dem variiert es sehr von College zu College. Es gibt landesweite rankings und man kennt natürlich schon die Schulen, die am besten sind, vom Namen, zum Beispiel Harvard oder Yale.
In den USA wird Sport groß geschrieben, was dann auch die Colleges betrifft. College teams sind sehr bekannt und haben viele Anhänger, zum Beispiel die TN Vols (Volunteers), die zu der UT (University of Tennessee, Knoxville) gehören. Studenten können sportliche Stipendien ergattern, die ihnen die Schulzeit finanziell sehr erleichtern. Diese Schüler werden schon während der Highschoolzeit ausgekundschaftet und Colleges reißen sich förmlich um diese athletisch begabten Jugendliche. Es gibt auch Verbände, wie die Ivy league, die den einzelnen Schulen, die zu ihr gehören, einen gewissen Prestigestatus verleihen. Der ganze Sportgeist gibt den Studenten mehr Teamsinn, denn alle feuern natürlich ihre Kameraden an. Sportevents sind sehr beliebt und ein großer Teil des Soziallebens.
Ein großer Unterschied zu den deutschen Unis ist der Campus an sich. Studenten wohnen auf dem Campus, gleich neben den akademischen Gebäuden. Cafeterien für Mittagessen gibt es auch direkt neben an. Insgesamt kann man sich die Colleges wie eigene kleine Städte vorstellen. Und manche sind auch genau dies; es gibt viele Colleges, die zwei Stunden Fahrtzeit von der nächsten richtigen Stadt entfernt sind und daher auf dem Campus all das, was benötigt wird, vorhanden haben müssen. Zum einen ist die Enge nützlich, da man nicht so lange Wege zu gehen hat und alles schnell erreichbar ist. Andererseits hat man nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Stadt. Man ist auf bestimmte Läden und Lokale beschränkt, was mir eher langweilig erscheint.
Die Zimmer werden von dem College selber verteilt. Vielerorts füllt man einen Fragebogen zu den Schlafgewohnheiten und seinen Hobbys aus und wird dann so gut es geht mit einem Zimmergenossen gepaart. Im ersten Jahr (Freshmen year) lebt man meistens obligatorisch im Freshmen dorm und darf sich dann in seinen restlichen drei Jahren (Upper class men years) sein Wohnhaus aussuchen.
Und das letzte Kriterium ist natürlich der Ruf und die dementsprechende gesellschaftliche Umgebung. Viele Colleges haben einen sozialen Ruf, der ihnen vorraus eilt und wenn man zu einer dieser gehört, wird man natürlich auch sofort in eine Schuböade gesteckt. So gibt es Colleges wie Harvard, die angeblich nur von Strebern besucht werden und wieder andere Colleges sind nur eine Ausrede um von den Eltern weit weg feiern zu können.
Auf den Collegetouren, bei denen oft das selbe in anderen Worten gesagt wird um das College zu bewerben, kann man sich dann auch die Studenten ansehen. Man sieht sie mit ihren Laptops auf der Wiese arbeiten oder eben, wenn es ein nicht so ernstes College ist, mit Bier in der Hand auf den Treppen rumlungern.
Natürlich ist das Collegesuchen eine ernste Sache, doch trotzdem sollte man den Hype nicht verfallen. Denn am Ende sind sich viele Colleges ähnlich und versuchen das beste für ihre Studenten zu erreichen.