Hier ist College etwas worauf man sich in der Highschool freut, darauf hinarbeitet und der Entscheidung auf welches College zu gehen viel Zeit und Bedenken schenkt. Man bereist oft das Land in der Suche nach dem passendsten College. Zu der Entscheidung gehören Faktoren wie das akademisches Programm, Sportprogramme, Wohnumstände und die richtige soziale Umgebung, die alle stimmen müssen, damit die Eltern bereitwillig ihr Kind ausziehen lassen.
Akademisch kenne ich mich nicht sehr aus und zu dem variiert es sehr von College zu College. Es gibt landesweite rankings und man kennt natürlich schon die Schulen, die am besten sind, vom Namen, zum Beispiel Harvard oder Yale.
In den USA wird Sport groß geschrieben, was dann auch die Colleges betrifft. College teams sind sehr bekannt und haben viele Anhänger, zum Beispiel die TN Vols (Volunteers), die zu der UT (University of Tennessee, Knoxville) gehören. Studenten können sportliche Stipendien ergattern, die ihnen die Schulzeit finanziell sehr erleichtern. Diese Schüler werden schon während der Highschoolzeit ausgekundschaftet und Colleges reißen sich förmlich um diese athletisch begabten Jugendliche. Es gibt auch Verbände, wie die Ivy league, die den einzelnen Schulen, die zu ihr gehören, einen gewissen Prestigestatus verleihen. Der ganze Sportgeist gibt den Studenten mehr Teamsinn, denn alle feuern natürlich ihre Kameraden an. Sportevents sind sehr beliebt und ein großer Teil des Soziallebens.
Ein großer Unterschied zu den deutschen Unis ist der Campus an sich. Studenten wohnen auf dem Campus, gleich neben den akademischen Gebäuden. Cafeterien für Mittagessen gibt es auch direkt neben an. Insgesamt kann man sich die Colleges wie eigene kleine Städte vorstellen. Und manche sind auch genau dies; es gibt viele Colleges, die zwei Stunden Fahrtzeit von der nächsten richtigen Stadt entfernt sind und daher auf dem Campus all das, was benötigt wird, vorhanden haben müssen. Zum einen ist die Enge nützlich, da man nicht so lange Wege zu gehen hat und alles schnell erreichbar ist. Andererseits hat man nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Stadt. Man ist auf bestimmte Läden und Lokale beschränkt, was mir eher langweilig erscheint.
Die Zimmer werden von dem College selber verteilt. Vielerorts füllt man einen Fragebogen zu den Schlafgewohnheiten und seinen Hobbys aus und wird dann so gut es geht mit einem Zimmergenossen gepaart. Im ersten Jahr (Freshmen year) lebt man meistens obligatorisch im Freshmen dorm und darf sich dann in seinen restlichen drei Jahren (Upper class men years) sein Wohnhaus aussuchen.
Und das letzte Kriterium ist natürlich der Ruf und die dementsprechende gesellschaftliche Umgebung. Viele Colleges haben einen sozialen Ruf, der ihnen vorraus eilt und wenn man zu einer dieser gehört, wird man natürlich auch sofort in eine Schuböade gesteckt. So gibt es Colleges wie Harvard, die angeblich nur von Strebern besucht werden und wieder andere Colleges sind nur eine Ausrede um von den Eltern weit weg feiern zu können.
Auf den Collegetouren, bei denen oft das selbe in anderen Worten gesagt wird um das College zu bewerben, kann man sich dann auch die Studenten ansehen. Man sieht sie mit ihren Laptops auf der Wiese arbeiten oder eben, wenn es ein nicht so ernstes College ist, mit Bier in der Hand auf den Treppen rumlungern.
Natürlich ist das Collegesuchen eine ernste Sache, doch trotzdem sollte man den Hype nicht verfallen. Denn am Ende sind sich viele Colleges ähnlich und versuchen das beste für ihre Studenten zu erreichen.
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